Urlaub 2002 - „Sterne des Südens“
 
Ein Reisebericht von den letzten Paradiesen dieser Erde
 
 
Etwas Besonderes sollte es sein, unsere Silberhochzeitsreise 2002.    
 
Mit diesen Gedanken begannen im November 2001 die Vorbereitungen zu einer außergewöhnlichen Reise.
Zur Leipziger Reisemesse, fiel mir neben den Info-Ständen der Malediven, Seychellen, Thailand, Australien, Neuseeland oder Kanada, einer ins Auge, der von „Tahiti-Tourisme“, ein junges Reiseunternehmen aus der Südsee.
Da dachte ich sofort an den Film „Die Meuterei auf der Bounty“.
Voller Neugierde und dem Gedanken:“Na, das kannst Du dir sowieso nicht leisten“, ging ich auf eine außerordentlich nette Frau, Namens Taina Opura zu, um mich entsprechend zu informieren. Sie erzählte mir von ihrer bezaubernden Heimat Französisch Polynesien und wieviel man ungefähr zahlen müßte, um dort im Paradies Urlaub machen zu können.
Mit Erstaunen stellte ich fest, das dies selbst für uns erschwinglich sein kann, je nach dem, was man für Ansprüche stellt und sich gar nicht so sehr von anderen vorgesehenen Reisezielen (z.B. Seychellen) finanziell entfernt.
Natürlich bekam ich eine Infotasche mit allen Katalogen und Broschüren und einem Infoblatt über alle Agenturen, die Tahiti-Tourisme unterstützen.
 
 
                 Jörg, Wieland,Taina Opura, Ronny       
 
Extraformulare mit Angeboten machten mich auf „Dorothee`s Flug-Service“ aufmerksam, einer Reiseagentur bei Stuttgart.
www.suedsee-traumurlaub.de
Mit deren Leiterin, Dorothee Shuon, entwickelte sich sofort ein Vertrauensverhältnis und eine warme Atmosphäre. Wir buchten schließlich dort, nachdem der Reiseverlauf und das Angebot unseren Vorstellungen angepaßt wurde und entsprach.
 
                                                                        
 
Seitdem standen wir in regelmäßiger telefonischer Verbindung und mit der Zeit vervollständigte sich meine persönlich angelegte Infomappe mit all den nützlichen Hinweisen und Informationen von Frau Shuon, - Tahiti-Tourisme, aus dem Internet und von den wenigen erhältlichen Info-Büchern.
Begleiter für unser Reiseabenteuer fanden wir mit den Familien Dennstädt und Schulze, für die es ebenfalls die Krönung Ihrer Partnerbeziehungen über 25 Jahre werden sollte.
Und so begann am 25.10.2002 die Abenteuerreise "zu den „Sternen des Südens“, den Südseeinseln Moorea, Huahine, Bora Bora und Tahiti.
Um 05:00 Uhr morgens rollte der Kleinbus, der Firma "Heinrich" aus Hermsdorf in Meusebach ein und brachte uns sicher nach Frankfurt-Flughafen.
Um 13:50 Uhr hob die Zubringermaschine von Air France, eine Boing737, ab und wir erreichten nach einer Stunde Paris. Um 18:55 Uhr begann dann die 1. Etappe des Mammutfluges bis Los Angeles mit einer Boing 747-400, wo wir nach 11 Stunden weich aufsetzten.
Nach dem Auftanken und der Säuberung der Maschine setzte sich die 2. Etappe mit dem 7,5 stündigen Flug nach Papeete/Tahiti fort.
Die 747-400 von Air France ist für solche Flüge bestens geeignet und für mich, trotz der Strapazen, ein Erlebnis.
Um 5 Uhr morgens Ortszeit setzte schließlich die Maschine weich auf tahitianischen Boden auf. Auf dem Weg ins Flughafengebäude, mußten wir einen gerade begonnenen tropischen Regenguß über uns ergehen lassen, der aber in der Halle durch eine Musikergruppe mit tahitianischer Musik ausgeglichen wurde.
Nach dem Erhalt der Gepäckstücke und der Originalvouchers durch „Tahiti-Tours“, erhielten wir eine Tiare-Blumenkette, der Nationalblume Tahitis und wir konnten uns das erste Mal an deren Duft erfreuen.
 
                                                    bei der Ankunft in Papeete
 
Nachdem uns freundlicherweise eine nette Frau mit einem Kleinbus an den Air-Moorea-Schalter gebracht hatte und wir eingecheckt hatten, flogen wir mit einer Kleinmaschine (ca.20 Sitzplätze) in 10 Minuten von Papeete nach Moorea, unserer ersten Übernachtungsstation in Polynesien. Elvira und Dieter sahen begeisternt Delphine beim Überflug im Meer schwimmen.
Überwältigend, dieser erste Eindruck von oben. Türkisblaues Wasser in der Lagune und eine überaus üppige Vegetation, auch über die steilen Bergrücken hinweg.
 
                                        
 
Undenkbar bei uns, aber hier ganz alltäglich, war der innen mit Koffern verbaute und mit Menschen überladene Kleinbus, der uns ins erste Hotel „Fare Vai Moana“ brachte.
Beim Einzug in unsere idyllischen, im polynesischen Stil erbauten Gartenbungalows, fing es wieder leicht an zu regnen. Bald aber verzogen sich die Wolken und wir konnten eine erste Strandwanderung unternehmen, die uns den ersten Sonnenbrand bescherte.
Auf einer schönen Terrasse stillten wir unseren Durst mit Hinano, einem wohlschmeckenden Bier aus der Region, welches uns in der nächsten Zeit ständig begleiten sollte.
Bei der Besichtigung eines Einkaufsmarktes unweit des Hotels probierte ich meine Geldkarte an einem Automaten aus und mußte mit Erstaunen feststellen, sie blieb drin und blockierte den ganzen Automaten. Ich bekam sie dann glücklicherweise Montag Nachmittag wieder. Um 19 Uhr lagen wir dann wie tot in unseren Betten.
Hahnengeschrei weckte uns plötzlich aus unserem Schlaf. Wir trauten unseren Augen nicht, es war 3 Uhr morgens und wir waren überhaupt nicht mehr müde. Also ging es auf und an den Strand, wo uns ein wunderschöner Sonnenaufgang erwartete. Es war Sonntag, der 27.10.02 und Kaffeegeruch drang uns in die Nase. Herrlicheres Wetter und einen schöneren Tagesbeginn kann man sich überhaupt nicht vorstellen.
 
                                                                       
 
Das Hahnengeschrei verstummte allmälich erst gegen 6 Uhr und wir tauften die Insel auf „Insel der Hähne“. Überall stapften und scharrten Hühner, Hähne und Kücken wild herum und warteten auf ein kleines Stück Brot oder Semmel. Unseren Begleitern ging es mit der begrenzten Nachtruhe nicht anders als uns, so daß wir zusammen frühstücken konnten. Dabei amüsierten wir uns über einen Vogel, dessen Ruf hörte sich an wie: “Annette komm her“, worauf wir ihn dann auch so bezeichneten.
An diesem Tag wurden erste Heimatgrüße geschrieben, die Unterwasserwelt in der Lagune beim Schnorcheln erkundet sowie der Sonnenbrand versorgt. Erste Moränen und viele bunte, unbekannte Fische wurden bestaunt. Bei einer Strandwanderung am Abend unternahmen Annette und ich noch eine Schnorchel -und Schwimmtour auf eine kleine Insel und wir hatten zu tun, daß uns die Nacht beim Zurückschwimmen nicht überraschte.
Den Anderen warteten am Strand. Ihnen war es etwas unheimlich, sich uns anzuschließen.
Auch dieser Tag endete früh am Abend im Bett, so das wir auch am nächsten Morgen bereits 5 Uhr Kaffee tranken.
Für den neuen Tag planten wir eine Inselrundfahrt. Pünktlich zum vereinbarten Termin holte uns ein sympatischer Mann mittleren Alters mit einem Kleinbus ab und wir stellten mit Erstaunen fest, er konnte gut deutsch sprechen.
 
              James Cook-Bay
 
Er habe Schweizer Vorfahren und heiße Albert, hätte 3 Frauen, 12 Kinder und 19 Enkel, wäre aber nur mit einer Frau verheiratet, erzählte er uns bei der Inselbeschreibung nebenbei. Er habe Perlenläden, 2 Schiffe, einige kleine und größere Busse und arbeitet 14 Stunden pro Tag.
  
                       
 
Wunderschöne Blicke in die Lagune,herrliche Kirchenbauwerke,traumhafte Blumenbindereien, eine Schnapsverkostung in einer Fruchtsaftfabrik und die interessanten Erklärungen über die Flora und Fauna sowie die Charaktere der Menschen Polynesiens und speziell Moorea waren die Höhepunkte dieser Rundreise.
Es war, als wären wir schon ewig mit unserem Begleiter zusammen. Ein guter Freund, den man immer wieder aufsuchen kann. Trotzdem haben wir unsere Zweifel über seine Aussagen, mit seinen 3 Frauen und das man dort auch einmal Hund zu essen bekommt.
 
                      
 
„Also schnell ins Wasser und sich von diesen Anstrengungen erfrischt“, waren nur noch unsere Gedanken.
Am Abend rundeten wir den schönen Tag mit einem Besuch in einem tahitianischen Restaurant ab.
Irgend eine ( r ) unserer Gruppe las mit der Taschenlampe ein Buch am Strand, noch bevor wir aufstanden, da für Ihn oder Sie die Nacht schon eher vorbei zu sein schien. Um 5 Uhr am Dienstag, dem 29.10.02, gingen wir nach dem Kaffee schon Baden. Da kam mir doch tatsächlich ein Schäferhund entgegen geschwommen, mit dem ich vorher etwas herumgealbert hatte und stellte seine Vorderpfoten auf meine Schulter. Was für ein unbeschreiblich schönes Gefühl eines wahren Freundes.
 
                                             

Es war der Tag des Abschiedes von Moorea. Werner brachte wie immer die Koffer nicht zu und wir ammüsierten uns über seine Beschwerden über Annette, viel zu viel mitgenommen zu haben.
Wir warteten ergeben auf den überbesetzten Kleinbus und wurden erfreulicherweise eines Besseren belehrt. Ein großer Bus stand auf der Hauptstraße und so begannen wir die schweren Koffer erst durch den Sand (Ackerfurchen), dann auf dem befestigten Weg zum Bus zu ziehen. Annette wuchs vor Begeisterung über sich hinaus, als ich Ihr begreiflich machte, das es noch schöner werden wird und sang „Oh, wie herrlich“.
  
                                                                            
  
Noch ein letzter Blick auf die Cook-Bay und schon erwartete uns ein 25 minütiger Überflug mit Air Tahiti (80 Sitzplätze) nach Huahine. Nebenbei noch, selbst auf dem Flughafen begegneten uns noch Hühner mit ihren Kücken.
 
              
 
Es war ein überwältigender Blick beim Anflug auf Huahine und nachdem wir gut im Hotel“Relais Mahana“ angekommen waren, bezogen wir wieder komfortable Gartenbungalows, im polynesischen Stil.
 
                                                                 
 
Der Hunger erinnerte uns daran, daß es Zeit ist etwas zu essen und so probierten wir gleich, ob die Kochkünste des Hauses gut sind. Salatteller,Fisch und Ente waren die bevorzugten Gerichte, die unserem Geschmack voll entsprachen. Eine Strandwanderung schloß sich an und wir tauften erneut eine Insel nach unseren Empfindungen und Beobachtungen, diesmal „Insel der Seegurken“, denn so viele hatten wir noch nie gesehen. Noch etwas fiel uns sofort auf, der Wind wehte ständig und so wunderten wir uns nicht, das dieses Stück Land „Insel unter dem Wind“ bezeichnet wird.
 
                    
 
Am Abend probierten wir noch frische Getränke in der Bar, bevor wir wieder rechtzeitig zu Bett gingen.
Der nächste Morgen, es war Mittwoch, der 30.10.02, dasselbe Spiel wie auf Moorea, wir waren zeitig wach, haben Kaffee getrunken und später den Sonnenaufgang genossen.
Natürlich wollten wir auch diese Insel kennenlernen und so mieteten wir uns zwei Autos und fuhren auf Fotosafari entlang der Küstenstraße, die einmalige Eindrücke hinterließ.
Wir sammelten reife Mango`s und pflückten Bananen. „Hier müssen doch irgendwo die heiligen Aale sein, die wir vom Fernsehfilm kennen?“, dachte ich und wir erkundigten uns in einem kleinen Supermarkt, wo man es uns auch erklärte. „Was fressen die denn?“ versuchten wir herauszubekommen und so nahmen wir 2 Ölsardinenbüchsen mit.
Gleich im nächsten Dorf neben einer Brücke, wo ein kleiner Bach floß, lockten wir sie dann aus einer Ecke heraus und wir waren erstaunt und begeistert, wie groß sie waren. Herrlich, wieder ein Erlebnis live gehabt.
 
     die heiligen Aale       Kokosnuss zerteilen
 
Im größten Ort der Insel erwartete uns ebenfalls ein neues Erlebnis, der Imbiss an einem mobilen Essenwagen, die typisch in der Region sind. Wir hatten ja schon davon gelesen und es stimmt, es schmeckt und man wird so richtig satt.
Die Besitzerin war sehr neugierig und erfreut, als ich ihr Bilder von unserer Heimat, vom Haus und der Familie zeigte.
So, nun noch schnell etwas eingekauft. Hier gab es glücklicherweise preiswerte polynesische Hemden, mit dem ich auf alle Fälle zu Hause einmarschieren wollte und dann zurück, das Wasser ruft.
An diesem Nachmittag lernten wir beim Schnorcheln auch die wunderschöne Unterwasserwelt dieses Lagunenabschnittes kennen, denn nach ein paar Metern ging es gleich etwas tiefer und viele kleine Riffe und Korallenbänke öffneten uns die fantastische Fischwelt.
Das war Elvira`s Welt und man bekam sie kaum wieder vom Fische füttern weg.
Am Abend, nachdem wir uns zu Bett begeben hatten, bekamen wir noch unerwarteten Besuch. Zuerst bemerkten wir Taschenlampenlicht und dann machte sich“ Spanner Werner“ lautstark bemerkbar, denn er war nach einem längeren Nachmittagsschläfchen noch gar nicht müde. Schließlich holte ihn der Durst noch einmal in die Bar.
Der Donnerstag begann mit „Kaffee um 5“, Fotos knipsen, filmen und schnorcheln.
Annette lief spazieren und genoß die Einsamkeit.
Werner konnte das gar nicht verstehen und wurde immer unruhiger. Er begann Sie mit dem Fernglas zu suchen. Dabei stach Ihn noch ein Insekt ins Bein, so daß er lautstark zu fluchen anfing. Alle genossen auch diesen Tag und konnten gar nicht begreifen, in einem der letzten Paradiese dieser Erde zu sein, ohne Massentourismus und großen Hotelbauten. Man muß wissen, am Strand lagen gerade mal 5-6 Menschen und es herrschte eine wohltuende Ruhe. In welchen Ferienparadies gibt es das heute schon noch?
Am Abend entschlossen wir uns zum Dinner und wurden von einer 3 Mann Gruppe polynesischer Musiker im Vorraum begrüßt. Es war ein schöner Abschluß auf Huahine.
 
                                                              
 
Am nächsten Tag, es war Freitag, der 01.11.02 sollten wir wieder die Insel wechseln und nach Bora Bora fliegen. Annette sang noch einmal das Lied „Banana, Huahine, Banana“. Um 20 Uhr fielen wie uns wie immer die Augen zu.
Die Nacht war 3 Uhr vorbei, um 5 Uhr gab es Kaffee und dann begaben wir uns zum Frühstück auf die Restaurantterrasse. Amerikanisch oder kontinental, alles war möglich. Großen Unterschied gab es nur beim Preis.
Ein wunderschöner Flug über Raiatea hinweg und herrliche Blicke beim Anflug auf Bora Bora eröffneten noch einmal eine Steigerung unserer Eindrücke Polynesiens.
Auch die Überfahrt mit der Katamaranfähre von der Flughafeninsel zum Anleger war beeindruckend.
 
                        
 
Als wir dann noch im Hotel „Le Matai de Polynesia“ die Balkontür öffneten, wußten wir, es kann nichts Schöneres geben. Wir schauten auf die Lagune und eine kleine Insel und dachten, hier könnte man für immer bleiben.
 
                          
 
Ein abendlicher Spaziergang führte uns in ein Restaurant, wo man uns zu verstehen gab, daß es nur etwas zu Trinken gibt, wenn man auch etwas verspeist –kurios !!!.
Der Samstag begann um 5 Uhr mit dem gemeinsamen Frühstück auf unserem Balkon. Wir empfanden den Sonnenaufgang noch schöner, als auf den anderen Inseln.
 
                       
 
Das Schnorcheln am Strand wurde jäh von einem Regenguß unterbrochen. Wir nutzten die Zeit zum Mittagessen. Ich probierte den rohen Fischsalat und die anderen den Salat nach Art des Hauses. „Spitzenmäßig“ hat es uns dort geschmeckt und natürlich „Hinano“ dazu.
Ein abenteuerlicher Spaziergang schloß sich am Nachmittag an. „Hier müssen doch irgendwo die amerikanischen Geschütze sein“, dachte ich mir. Und hinauf ging es, einem schmalen Pfad mit gefährlichem Abhang. Alle folgten und wir suchten immer gegenseitig den Idealweg zu finden.
Leider wurden die Geschütze schon vor ein paar Jahren abgebaut und so kamen wir wieder an den wundervollen Strand, an dem wir nach einem Trink und dem Herumalbern mit einigen Kids zurück zum Hotel spazierten.
 
                                
 
Man hatten wir Durst und so schmeckte dann auf der Terrasse das Hinano und der Wein noch mal so gut. Zur weiteren Erfrischung mußten wir noch ein bißchen schnorcheln.
Am Abend hatten wir im „Bloody Mary`s“ einen Tisch bestellt. Diesen Tip gab uns Frau Shuon und es hat sich gelohnt. Den besten Fisch und Steaks konnte man sich dort zubereiten lassen. Viele namhafte Schauspieler Hollywood`s waren schon hier eingekehrt. Diesem Ambiente entsprechend bewegen sich auch die Preise, der Transport inbegriffen, versteht sich.
 
                  
 
Den Tag beendeten wir gemütlich auf unserer Terrasse bei Hinano und Wein.
An diesem Abend war Werner besonders müde.
Am Sonntag, dem 03.11.02 erwartete uns einer der größten Hihglihts des Besuches auf Französisch Polynesien, eine Kanu-Lagunenfahrt mit Schnorchelstops und Haifischfütterung. Am Morgen holte uns ein sogenannter Truck ab, ein kleiner LKW mit offenem Busaufbau. Er brachte uns zu einem Bootssteg, wo schon unser Kanu mit Ausleger und unser Ausflugsleiter, ein Australier, auf uns wartete. Er war sehr lustig und versuchte gute Laune unter den Urlaubern zu verbreiten, es gelang ihm bestens.
Der Bootsführer, ein Einheimischer, was unschwer zu erkennen war, brachte uns in die Nähe des Riffs.
 
                       
 
Nachdem der Ausflugsleiter letzte Hinweise gab und ein Seil mit Schwimmkugeln im Wasser auslegte, es diente dem Festhalten, begaben wir uns mit Schnorchel, Taucherbrille und Unterwasserkamera ins Wasser.
Schon beim ersten Blick unter Wasser sahen wir etwa Dutzend größere Rochen, die sehnsüchtig auf Fischbrocken warteten, die vom Bootsführer ausgebracht wurden.
Es dauerte nicht lange, da kamen schon die Haie. Etwas unheimlich war es uns schon, hatten wir doch bisher nie direkten Kontakt zu diesen, in der Lagune zwar völlig ungefährlichen, aber doch sehr wendigen und schnellen Tieren. Ich konnte gar nicht so schnell auf den Auslöser meines Unterwasserfotoapparates drücken, so schnell huschten sie vorbei.

 

                       
 
Nach diesem ersten Schnorchelgang schloß sich dann unweit einer kleinen Insel ein zweiter Gang an, der nichts dem vorangegangenen nachstand, im Gegenteil, hier kamen noch viel mehr bunte tropische Fische, die wir noch nie gesehen hatten, selbst in den Aquarien nicht.
Der Einheimische setzte noch einen drauf. Mit einem Fischkopf lockte er eine riesige Moräne aus ihrem Versteck und versuchte sie immer wieder zu streicheln.
Das war sehr gefährlich, denn die Moräne versuchte ihn zu beißen. Was für ein Erlebnis für alle Beteiligten!!
 
                             
 
Ohne Schwimmflossen war es für den einen oder die andere ziemlich schwer zum Boot zurückzukehren, da eine kräftige Strömung einsetzte. Die Begleiter halfen natürlich kräftig nach, damit es für die Haie nicht noch ein Festessen gab.
Nun fuhren wir in der Lagune rund um die Insel, sahen Seegeschütze der Amerikaner, die hier Stützpunkte hatten und genossen die einmaligen Naturbilder und Ausblicke dieser wunderschönen tropischen Insel.
Im Lagunarium, einem abgesteckten Teil der Lagune an einer kleinen Insel, konnten wir ebenfalls beim Schnorcheln noch einmal Haie, Schildkröten, große Fische, kleinere bunte Tropenfische und bunte, fleischfressende Muscheln bewundern. Der Einheimische steckte sogar eine Fisch in den Mund und ließ ihn zappeln. Ich machte noch einen kleinen Abstecher ans andere Ende der Insel zum Riff.
Die Fußsohlen taten auf dem äußerst harten vulkanischen Bodens weh und ich kehrte in den weicheren Sandboden zurück.
Nach dem Anschauen eines Videofilmes unserer Lagunenreise, den wir auch erwerben konnten, kehrten wir mit den vielen neuen Eindrücken zu unserem Hotel zurück. Im Strandrestaurant des Hotels wartete ein schmackhaftes Essen auf unseren großen Hunger, der sich kräftig bemerkbar machte. Roher Fischsalat, Steak mit Pommes oder Sandwiches waren die gängigsten Gerichte, aber es gab vieles mehr, doch wir konnten nicht alles übersetzen.
Nun wollten wir schnell schnorcheln, denn auch hier, um die Overwaterbungalows, gab es eine reiche Fischwelt zu sehen.
Wir fütterten die Fische mit dem übriggebliebenen Semmeln an. Nach diesem letzten Schwimmen auf Bora Bora besuchten wir am Abend ein anderes Hotel, um noch ein Bier gemütliches zu trinken. „Na, wenigstens nicht aus der Büchse, davon müßten wir noch `ne Palette mitnehmen!“ sagte Werner, eigentlich sollte es welches aus dem Faß geben. Beim Nachhausegehen wimmelte es von kleinen und großen Krabben, die schnell in ihre Löcher flüchteten. So, wie eigentlich auf allen Inseln, war der gesamte Strandbereich bis 200 m landeinwärts mit Löchern durchsiebt, also bewohnt.
Vor dem Schlafengehen konnten wir mit einem letzten Blick, noch einmal die Insel Raiatea sehen.
 
                          

Am nächsten Morgen wurden wir schon früh abgeholt. Zuvor wurden noch ein paar Bilder geschossen.
Leider fuhr vor uns die Zubringerfähre ab und wir mußten noch eine längere Zeit auf die nächste warten. Dadurch verpaßten wir die vorreservierte Maschine nach Tahiti. Glücklicherweise war die nächste nicht ausgebucht. Auf Wiedersehen Bora Bora, es war wunderschön.
Specktakuläre Blicke auf Raiatea, Huahine und Moorea eröffneten sich für uns beim Flug und selbst unsere bisherig besuchten Hotels konnten wir erkennen.
Unsere Zeit auf Tahiti begann mit einem defekten Koffer, der auf Grund von Zeitmangel unseres Abholers nicht reklamiert werden konnte. Das letzte Hotel „Beachcomber Parkroyal“ war natürlich eine Augenweite
und krönte die bisherige Hotelbesuchskette, wobei Werner anfangs nicht so viel Glück hatte mit seinem Zimmer.
 
                        
 
Beim Betreten seines Zimmers traute er seinen Augen nicht,... da lag doch schon eine fremde Frau auf seinem Bett! Neben einer einfacheren, aber nicht schlechteren Ausstattung des nächsten Zimmers, im älteren Teil des Hotels, strömte am Abend Wasser aus der oberen Decke und Werner holte schon mal die Taucherbrille heraus. Nachdem es am nächsten Morgen immer noch tropfte und wir die Hotelleitung auf die drohende Elektroschlaggefahr aufmerksam machten, bekamen Werner und Annette ein Zimmer wie wir. Gott sei Dank! Unweit des Hotels befandt sich ein großes Einkaufszentrum.
 
                     
 
Ich weiß heute noch nicht, wie wir die vielen Sachen zum Hotel transportieren konnten, einschließlich Hinano, Verpflegung und Geschenke für zu Hause. Schmackhaft, aber umständlich zu kaufen, waren die Hähnchenschenkel an einem Imbissstand, machte Werner doch ganz schön Hektik. Für eine Überraschung sorgten noch Annette und Petra mit einem Blumenstraußgeschenk und die besten Silberhochzeitswünsche, hatten wir doch nach deutscher Zeit bereits jetzt schon diesen Festtag.
 
 
                         
 
Nachdem wir die Bademöglichkeiten im Hotel ausprobiert hatten, wurde uns am Abend eine der besten tahitianischen Folkloreshows geboten.
Den Silberhochzeitsmorgen eröffneten wir mit einem Sektfrühstück auf unserem Balkon. Anschließend fuhren wir mit einem Truck zum Markt nach Papeete und kauften nach den besten Regeln der Einkaufskunst ein.
Elvira konnte es nicht erwarten zu den Fischen und Moränen zurückzukehren, um sie zu füttern und zu bewundern.
Ich erkundete erst einmal die hintere Poollandschaft, wo sich auch eine Poolbar befand und wo man am Abend die schönsten Fotos machen konnte, im Hintergrund immer die Rennkanu-Sportler und die Insel Moorea.
 
                               
 
Am Abend konnten wir uns es nicht verkneifen, noch einen kräftigen Silberhochzeitstrunk auszugeben.
 
                     
 
 
Für den letzten Tag auf Tahiti, dem Mittwoch, 06.11.02 hatten wir eine Rundfahrt geplant, um uns auch hier einen Überblick über die Insel und deren Sehenswürdigkeiten zu verschaffen. Garry, ein Amerikaner unseres Alters holte uns ab und es ging im Uhrzeigersinn los, erst in ein Museum, deren ehemaliger Besitzer, James Norman Hall, die „Meuterei auf der Bounty“ schrieb, später zu schönen Aussichtspunkten, an Grotten vorbei zum Nationalmuseum Tahitis.
Vor dem Eingang steht noch der Anker von James Coock`s Entdeckerschiff, den Dieter sehr gern zur Herstellung von Schwertern verwenden würde. Auch hier sind schöne Fotostops integriert gewesen, wobei uns die vorangegangenen Inseln viel besser gefallen haben, da waren wir uns einig. Uns hätte noch das Zentrum der Insel interessiert, das werden wir das nächste Mal unternehmen, denn es war sicher nicht das letzte Mal, das wir in franz. Polynesien gewesen sind.
 
                      
 
 
                         
 
Vor allen Dingen beeindruckte uns die Freundlichkeit der Menschen. Es gab keinen Einheimischen, der nicht gegrüßt, freundlich genickt oder uns zugelächelt hätte. Weiterhin freuten wir uns über den Erhalt des polynesischen Baustils. Diese Flachbauten sollten weiterhin erhalten bleiben. Massentourismus muß auch weiterhin ferngehalten werden. Auflagen für Hotels - Einheimische zu integrieren zeigte sich uns , weil man sich im Beachcomber mit Behinderten beschäftigt hat.
Den letzten Tag verbrachten wir natürlich auch im Wasser.
 
                  
 
                    
 
                     
 
                       
 
Abschließend präsentierte man uns am Abend eine andere, nicht weniger gute Folkloreshow.
Nebenbei gab jeder von uns, bei einem Interview, seinen Kommentar über die Reise ab. Ich kann nicht ausdrücken, wie glücklich wir uns dabei gefühlt haben.
Und schon war wieder Kofferpacken angesagt, doch diesmal nicht auf eine andere Insel sondern für zu Hause und da kam schon so etwas wie Traurigkeit auf, so schöne Eindrücke hinter sich zu lassen.
Verspätet fuhren wir am nächsten morgen vom Hotel los und dann ging alles viel zu schnell. Schon sahen wir die Umrisse der Insel von oben. Langsam verschwand sie im Dunst.
 
                                                              
 
LA, Paris, Frankfurt und die Koffer waren nicht da! Zu kurz war die Zeit in Paris, von einer in die andere Maschine. Doch alles klärte sich zum Guten. Am anderen Abend brachte man unsere Koffer direkt ins „Schloß Sinnershausen“, wo wir unsere Silberhochzeitsfeier mit vielen Verwandten und Freunden nachholten.
Die „Sterne des Südens“ halten uns noch in ihrem Bann. Noch sind wir 3 Uhr wach, doch es fehlt die Wärme, das Vogelgeschrei und die Blicke vom Balkon, das Erleben des Sonnenaufganges bei Kaffeegeruch.
Unsere Freunde sind uns geblieben und beim Anschauen der Bilder und der Videos können wir zusammen am besten vom Paradies träumen.
Danke liebe Frau Shuon, Sie haben uns nicht zu viel versprochen.
Danke für die vielen Komplimente an den Reiseleiter. Ich hatte liebe Begleiter und es hat mir viel Spaß gemacht.
Und schon ist wieder Reisemessezeit in Leipzig!
 

Der Reiseleiter Wieland

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